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Storypairs sind Legekarten deren Motive die Fantasie anregen sollen. Es ist möglich mit ihnen, eine Geschichte zu erfinden und die Karten dazu aufzudecken. Die Motive passen alle aneinander, so entsteht ein großes Bild.

Mit Ihren Geschichtenlegekarten können Sie natürlich auch Paare suchen (ähnlich Memory) spielen. Das ist ein super Gedächtnistraining und Spaß für die ganze Familie.

Hier folgen ein paar Beispiele.


Unterwasserwelt



Mein Name ist Edan. Ich bin Taucher. Ich fahre gern mit meinem kleinen Boot hinaus auf das Meer und suche mir eine schöne Stelle zum Tauchen.
Mein letzter Ausflug über die Ostsee war sehr spannend, ich entdeckte eine kleine mir bisher unbekannte Insel. Ich fuhr an das Ufer und machte mein Boot an einem kleinen Steg fest. Aus den Dünen kam mir jemand entgegen. So lernte ich Tjorb kennen.

Sie lebt allein mitten im Meer. Tjorb hat einen Gemüsegarten vorm Haus und sammelt Muscheln am Strand. Ihr Leben auf der Insel ist sehr schön und friedlich, jedoch können die Winter sehr lang werden. Dann ist es bitter kalt, das Meer ist dann lange zu gefroren. Tjorb muss jeden Morgen Schnee für Wasser auftauen, um sich zu waschen und einen Kaffee zu kochen. Es ist zwar sehr einsam auf ihrer Insel, aber Tjorb fühlt sich dort sehr wohl. Ab und zu kommen Fischer vorbei und besuchen sie. Die erzählen Ihr dann, was passiert in der Welt. Außerdem kennt Tjorb die Unterwasserwesen.

Es war ein schöner Tag im Herbst, wir beschlossen gemeinsam tauchen zu gehen. Wir stiegen die Leiter am hohen Ufer hinunter. Aus dem Wasser winkte uns schon Lisma das Meermädchen. Ihr Vater ist das Oberhaupt der Unterwasserwesen. Alle kennen ihn und vertrauen bei Sorgen auf seinen Rat.
Zwischen den Buhnen tauchten wir unter. Kurz darauf sahen wir die ersten Fische schwimmen. Es begegnete uns eine Krabbe und sogar eine Krake. Das Meermädchen führte uns zu einem großen Anker, der von einem alten Schiff stammen musste. Wo ein Anker ist, kann das Wrack eines gesunkenen Schiffes nicht weit sein. Wir hofften, vielleicht einen Schatz darin zu finden. Tjorb und ich tauchten immer weiter und suchten nach Überresten. Die Seeanemonen beobachteten uns dabei. Leider fanden wir nur eine alte Flasche. Zu spät bemerkten wir, dass wir uns auf der Suche verirrt hatten.
Wir fragten die Wasserschlangen, aber die tuschelten nur und vergruben sich sofort wieder im Sand des Meeresgrundes. Zum Glück schwamm Ludwig der Barsch vorbei, Tjorb kannte ihn. Er führte uns sicher an die Oberfläche. Dort folgten wir einem Küstenvogel. Endlich entdeckten wir ein weit entferntes Licht. Nach kurzer Zeit sahen wir auch schon den Leuchtturm der Insel in der Abenddämmerung. Bald waren wir zurück in dem kleinen gemütlichen Haus von Tjorb. Wir wärmten uns erst mal auf und tranken heißen Pfefferminztee. Danach schauten wir uns unseren Fund genauer an. In der Flasche steckte etwas. Wir hatten eine Flaschenpost gefunden. Tjorb holte den Brief heraus und strahlte, endlich Nachricht von Ihren Verwandten aus Afrika. Ihr Cousin schreibt, dass sie doch im Winter zu Besuch kommen soll, sie würden sich alle freuen und sie könnten gemeinsam eine Fahrt durch die Wüste unternehmen.

Es wurde Zeit für mich, in mein eigenes zu Hause zurück zu kehren. Wir verabschiedeten uns herzlich. Tjorb versprach mir, aus der Wüste zu schreiben. Nachdem ich in meinem Boot los gesegelt war, winkte mir Tjorb noch lange mit Ihrem Tuch hinterher.


Wüstenreise



Lieber Edan, nun bin ich schon seit einiger Zeit unterwegs in Afrika. Wie Du weißt, besuche ich hier meine Verwandten. Das sind meine Cousine Esma und mein Cousin Tassan. Die beiden sind Beduinen und züchten Dromedare. Ich reise mit ihnen auf einem großen Kamel eine Weile durch den Wüstensand. Jeden Abend bauen wir unser Zelt an einer neuen Stelle auf. Die Sonne geht hier sehr schnell unter und um uns herum ist es sofort dunkle Nacht. Dann sitzen wir noch lange am Feuer, beobachten den Sternenhimmel und erzählen unsere Geschichten. Du wirst kaum glauben, was die beiden vor meiner Ankunft erlebt haben.

Seit vielen Tagen ritten sie durch die Wüste und hatten schon lange keinen Menschen getroffen. Ihr Vorrat an Wasser war aufgebraucht. Sie mussten dringend eine Wasserstelle finden, um Ihren Durst zu stillen und die Tiere trinken zu lassen. Sie bewegten sich mühsam weiter, aber nirgends war eine Oase zu sehen. Nach langem erblickten sie am Horizont eine wunderbar schimmernde Stadt. Die beiden sind sehr erfahrene Wüstenwanderer und waren sich absolut sicher, dass es diese Stadt nicht geben konnte, es musste eine Fata Morgana sein. Die Erscheinung sah wunderschön aus, aber sie konnte leider nur Einbildung sein. Sie waren verzweifelt. Sie suchten doch nur eine einfache Wasserstelle. Sie kamen der Stadt immer näher und alles wirkte echt. Ein Löwe saß vor dem offenen Tor der Stadt, er ließ sie ohne Probleme eintreten. Die Häuser und Straßen sahen sehr prunkvoll aus. Jedoch herrschte eine eigenartige Stille, als sie mit ihrer Herde hindurch gingen. Auf dem Markt fand ein Fest statt. Viele Menschen und auch ein Elefant waren dort zu sehen. Am Rand des Platzes beobachten Esma und Tassan einen Fakir, der auf einem Nagelbrett saß. Er winkte die beiden heran. Sie erzählten ihm, dass Sie auf der Suche nach Wasser sind und großen Durst haben. Er antwortete nicht mit Worten, aber überreichte ihnen eine Kanne. Sie hofften endlich auf etwas zu Trinken, jedoch die Kanne war leer. Esma begann zu weinen. Tassan versuchte seine Schwester mit der schönen Kanne zu trösten. Er polierte sie und rieb dabei an ihr. Dabei entwich ein weißer Nebel der Kanne und formte sich zu einer Gestalt. Das Wesen versprach ihnen, einen Wunsch zu erfüllen. Beide wünschten sich sehnlichst Wasser und sprachen es aus. Mit einem Mal saßen sie an einer frischen Wasserstelle. Ihre Tiere und sie tranken so viel sie konnten und waren sehr glücklich. Als sie noch einmal aufblickten, sahen sie am Horizont jemanden auf einem fliegenden Teppich davon gleiten. Sie wussten, dass ihr Erlebnis kein Traum war.

Heute Abend sitzen wir am Feuer und trinken Tee aus einer wunderschönen goldenen Kanne. Hiermit beende ich meinen Brief und hoffe Dich bald wieder zu sehen.

Liebe Grüße Deine Tjorb


Andalusienreise



Meine Reise durch Afrika ging zu Ende. Ich fuhr mit meinen Verwandten in eine große Stadt im Norden. Die beiden gaben mir Proviant und ein wenig Geld für die Fahrt. Meine Cousine schenkte mir noch einen Anhänger aus rotem Glas als Glücksbringer. Wir umarmten uns lange zum Abschied. Beide versprachen mir, mich bald in meiner Heimat zu besuchen. So kaufte ich mir ein kleines Segelboot und trat die Rückreise an. Wenn ich über das Meer sah, erschien mir der andere Kontinent zum greifen nah. Die Überfahrt verlief anfangs ruhig. Ein Wellenreiter glitt mit seinem Winddrachen an mir vorbei. Kurz vor der Küste zog ein kräftiger Sturm auf, so dass ich Mühe hatte, das Boot um die gefährlichen Klippen zu steuern. Nach einiger Zeit landete ich am Strand. Vor Erschöpfung schlief ich sofort von Muscheln umgeben im weichen Sand ein.

Ich träumte wohl noch, als mich fernes Pferdegetrappel weckte. Ein schöner, weißer Hengst sprach zu mir: "Komm Tjorb, es ist keine Zeit zu verlieren, wir müssen meinen Freund, den Stier, aus der Arena retten. Steig auf und lass uns zu ihm eilen." Wir ließen das Meer hinter uns, durchquerten grüne Korkeichenwälder und sahen in der Ferne lange Gebirgsketten. Bald schimmerte vor uns in der Mittagssonne eine weiße Stadt. In ihr herrschte ein buntes Treiben, alles schien auf den Beinen zu sein. Die Menschen sahen schön aus, in ihrer roten und schwarzen Festtagskleidung. An jeder Ecke hörten wir Musik, die Frauen sangen mit tiefen Stimmen, einige Paare tanzten miteinander, Mädchen drehten ihre weiten Röcke. Keiner schien uns zu beachten. Als wir in die Stierkampfarena traten, zeigte mir das Pferd in deren Mitte seinen Freund. Der Stier kämpfte gerade gegen einen Torero. Wie sollten wir ihn von da weg bekommen? Mir kam die Idee, dass die Zeit um uns herum angehalten werden müsste, dann hätten wir die Chance, gemeinsam davon zu laufen. Der Glücksbringer um meinen Hals funkelte. Ich hielt ihn in die Sonne und da geschah es. Alle blieben in der Stellung, in der sie gerade waren und wirkten wie versteinert. Kein Mensch außer mir bewegte sich, der Stier kam zu uns gerannt. Den Tieren hatte der Zauber nichts ausgemacht. Wir freuten uns und liefen los. Eine kleine Katze am Wegesrand jammerte. Ich fragte sie, was mit ihr sei. Sie antwortete: "Ach, meine lieben Menschen bewegen sich nicht mehr. Was soll ich nur tun? Meine Schale ist leer und ich habe Hunger." Die arme Katze! Daran hatte ich gar nicht gedacht. Sie braucht jemanden, der ihr Futter gibt. Ich versprach Ihr, dass die Menschen wieder entzaubert würden. Wir zogen weiter, bis zu der Wiese unseres Stieres. Die Kühe warteten schon und waren glücklich ihn wieder zu sehen. Wir fragten sie, ob sie wüssten wie wir die Menschen wieder aufwecken könnten. Sie rieten uns, den Zaubervogel auf der anderen Seite des Berggipfels zu befragen. Wir machten uns auf den Weg. Eine kleine Eidechse wies uns die Richtung. Für das Pferd und mich war es schwer über den Berg zu klettern, aber wir schafften es. Auf der anderen Seite fanden wir eine kleine Hütte vor. Wir schauten vorsichtig hinein, aber niemand war da rinnen zu sehen. Da hörten wir hinter uns eine Stimme: "Was wollt ihr, Fremde?". Als wir uns umdrehten, stand er wie mit der Landschaft verschmolzen vor uns. Der Zaubervogel. "Wir wollen die Menschen der weißen Stadt entzaubern, alle stehen wie versteinert da." Er gab uns eine Gebirgsblume, die wir trocknen und zu einem Pulver zerstoßen sollten. Dieses Pulver sollte dann durch die Stadt geblasen werden und alle Bewohner würden von dem Kräuterduft erwachen. Wir bedankten uns und trabten mit der Blume im Gepäck zurück. Um die Kräuter vorzubereiten, rasteten wir in einem alten Burgturm. Als das Pulver fertig war, begaben wir uns in die Stadt. So stark wie ich konnte, blies ich das Pulver von meiner Hand. Mir wurde schwarz vor Augen.

Ich erwachte am Strand neben meinem Segelboot und sah vor dem Abendhimmel den schönen Hengst davon galoppieren. Als ich in meine Tasche griff, fand ich darin noch einige getrocknete Blütenblätter.